Was macht gute Möbel aus?
Neben Handwerkskunst, hochwertigen Materialien und innovativen Design-Ideen nutzen Premiumhersteller auch wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Produktion. Dieses interdisziplinäre Vorgehen erlaubt es ihnen, Polstermöbel, Betten, Schränke und Beimöbel höchster Güte anzubieten.
Zusätzlich durchlaufen die Einrichtungen verschiedene Prüfverfahren. Damit garantieren die Hersteller die Langlebigkeit ihrer Einrichtungen. Im Folgenden finden Sie verschiedene Untersuchungen zu Designtrends und zur Robustheit der verwendeten Materialien.
1. Studienergebnisse
Untersuchung zur Ergonomie von Möbeln
Eine Untersuchung der
Cornell University beschäftigt sich mit dem ergonomischen Design von Polstermöbeln. Die Studie zeigt, dass viele Möbel nur eingeschränkt zu den Körpermaßen der Studierenden passten. Zugleich stellt die Studie anthropometrisch abgestimmte Möbelmaße vor, um eine bessere Passform für beide Geschlechter zu erhalten. In Tests reduzierten sich die Fehlanpassungsraten signifikant.
Statistische Tests bestätigten zudem den ergonomischen Vorteil von verstellbaren Möbeln. Ein Möbelset mit verstellbarer Sitzhöhe schnitt dabei nochmals etwas besser ab als das komplett nicht verstellbare Set. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die neuen Maße den Komfort verbessern und das Risiko für Gelenkbeschwerden verringern können.
Untersuchung zur emotionalen Wahrnehmung von Möbeloberflächen
Eine Arbeit, veröffentlicht vom Verlag
Molecular Diversity Preservation International (MDPI Review Journals), untersucht den Zusammenhang zwischen den Materialeigenschaften von Möbeloberflächen (insbesondere von Kleiderschränken) und den visuellen sowie taktilen emotionalen Empfindungen.
Die Studie legt dabei besonderen Fokus auf altersbedingte Unterschiede in der emotionalen Wahrnehmung. Gemessen wurden Oberflächeneigenschaften wie Rauigkeit, Glanz und Farbe (Lab-Werte).
Zur Bewertung der emotionalen Reaktion wurde das PAD-Emotionsmodell (Pleasure = Freude, Arousal = Erregung, Dominance = Dominanz bzw. Kontrolle) angewandt. Dazu wurden zwei Gruppen erstellt, jeweils mit Teilnehmenden aus einer älteren und einer jüngeren Alterskohorte.
Die Ergebnisse legen nahe, dass es eine Verbindung zwischen den Oberflächeneigenschaften von Möbeln (insbesondere Rauigkeit, Glanz und Farbe) und den subjektiven emotionalen Reaktionen gibt. Raue Oberflächen werden dabei überwiegend als unangenehm wahrgenommen, glatte oder glänzende Oberflächen fördern positive Emotionen (z. B. Freude).
Auch bei der Oberflächenfarbe fanden die Forschenden Unterschiede. Der Farbparameter a* (Rot/Grün) beeinflusst bei allen Altersgruppen Freude und Dominanz. Bei älteren Personen zeigt sich zusätzlich eine Neigung zum b*-Parameter (Gelb/Blau).
Untersuchung zur Langlebigkeit von Möbeltüren und Stauraumfächern
Das Wissenschaftsjournal
BioResources veröffentlichte eine Untersuchung über mechanische Eigenschaften von Möbeltüren (bei Küchenschränken) sowie von Schubladenböden und deren Verhalten unter Last.
Im ersten Schritt wurden physikalische und mechanische Kenngrößen für Spanplatten (PB) und mitteldichte Faserplatten (MDF) bestimmt. So entstand zunächst eine analytische Belastungsgrenze für die untersuchten Türen und Schubfächer.
In der abschließenden Phase wurden die Türen und die Schubladen unter Dauerbelastung getestet. Dabei zeigte sich, dass die ermittelte vertikale Belastung der Türen zu 85 %, die horizontale zu 84 % und der „Slam-Shut“ zu 50 % den realen Testergebnissen entsprachen.
Bei den Schubladen ergaben sich Übereinstimmungen von 85 % (Festigkeit), 84 % (Verformung) und 94 % (Slam-Shut) zwischen FEM-Analyse und realen Tests. Die Schubladen überstanden den Dauerbelastungstest in den realen Experimenten eher als die Türen.
2. Einrichtungen zur Material- und Qualitätsprüfungen
Als unabhängige, gemeinnützige Organisation verschreibt sich die
Verbraucherzentrale dem Schutz der Rechte von Konsumenten. Dazu berät es zu allen Fragen des privaten Konsums und klärt über Verbraucherrechte auf. Dazu gehören auch Wohnprodukte.
Das
Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ist eine gemeinnützige Stiftung, die 2009 vom PKV-Verband gegründet wurde und sich eine hochwertige Pflegequalität einsetzt. Das ZQP erstellt dabei Forschungsergebnisse und fungiert als Ratgeber Pflegende, pflegende Angehörige, Forschende und politische Akteure.
[Aktualisiert: März 2026]